Als Maik Kunzelmann vor acht Jahren VISUPROJEKT gründete, konnte er nicht ahnen, welchen Erfolgsweg das Unternehmen einmal gehen würde. Im folgenden Interview zeigt er auf, was dazu führte, dass die Firma heute so anders als andere ist und wohin die unternehmerische Reise noch gehen könnte.

Mit Baukastensystem ein sehr starkes Alleinstellungsmerkmal... Maik Kunzelmann von Visuprojekt

„Mit Baukastensystem zu einem sehr starken Alleinstellungsmerkmal…“ Maik Kunzelmann von VISUPROJEKT

Maik Kunzelmann: Nach meiner Ausbildung erstellte und konstruierte ich bei verschiedenen Unternehmen elektrotechnische Schaltpläne. Da hatte ich schon immer den Gedanken, das es hier viele Wiederholungsfaktoren gibt, Parts die sich ähneln, auch wenn die Maschinen unterschiedlich sind. Wenn man da einen Baukasten zusammenstellen würde, so dachte ich mir, könnte man um vieles effektiver arbeiten. Mit einem Maximalschaltplan mit Schaltbildern etwa, die immer wieder auftauchen und Werte setzen, die man umschalten kann.

Eine Art Standardisierung?

M.K.: Ja, genau. Nur hatte ich nie die Möglichkeiten und die Zeit gehabt, das umzusetzen. Bis mir die Selbständigkeit eines Tages die Chance gab, zunächst mit zwei interessanten BMW Projekten und dem Projekt eines großen Rosenheimer Unternehmens, einiges dazu zu lernen. Denn dort war man, was das Strukturieren von Schaltplänen betraf, schon richtig fortgeschritten und ist es bis heute. Da gab es Musterpläne und Masterpläne, all das, was mir schon lange im Kopf herum ging.

Was bedeutete das für VISUPROJEKT?

M.K.: Nach Abschluss der Projekte ging es ein paar Monate erst einmal schleppend. Doch ich gab nicht auf, bis ich auf einem Workshop den Mitarbeiter einer Firma traf, die auf E-Plan umsteigen wollte und mich fragte, ob ich das nicht bei ihnen einführen wollte. Das war sozusagen der Aufbruch. Ich konnte den Kunden vom Bedarf zum Strukturieren und Optimieren der Schaltpläne überzeugen und er gab mir das go.

Was war die Folge?

M.K.: Normalerweise hatte man vorher pro Maschine 2 -3 Wochen an einem Schaltplan gearbeitet. Mit meiner Methode zum Maximalschaltplan hatte ich das in drei Tagen fertig. Wir haben danach die Schaltpläne für alle Maschinen entsprechend aufgebaut und die Firma ist den drei bis vier Folgejahren stark expandiert.

Ist das bis heute der Kern der VISUPROJEKT Leistungen?

M.K.: Im Prinzip, ja. Zum Teil planen wir bei Gesamtprojektierungen genau so und verweisen danach auf den dabei entstandenen Vorteil des Baukastens, quasi als Bonbon. Zum anderen verkaufen wir die diesbezügliche Wertschöpfung auch ganz direkt, mit der Aussicht auf schnellere Programmierung und daraus resultierender Fehlererkennung. Damit haben wir insgesamt ein sehr starkes Alleinstellungsmerkmal.

Wie ist die geschäftliche Entwicklung seitdem verlaufen?

M.K.: Am hiesigen Standort Rosenheim ist VISUPROJEKT seit 2011 ansässig. Nachdem durch deutschlandweite Aufträge der Nachfragedruck immer größer wurde, haben wir gerade eine Niederlassung in Hamburg eröffnet. Dort sind wir in der Nähe eines unserer Großkunden in Hamburg und Rostock, was uns mitarbeitertechnisch und logistisch einiges erleichtert.

Welche Zukunftsvision gibt es für VISUPROJEKT?

M.K.: Die Expansion und das Wachstum von VISUPROJEKT gründen stark auf der Leichtigkeit, mit der wir an Projekte herangehen und an der menschlichen Harmonie im Team. Zukunftsängste kennen wir nicht, da wir sehr positiv im Denken und Fühlen und auch im täglichen Handeln eingestellt sind. Das wird den Fortgang des Erfolgs in Zukunft sehr maßgeblich beeinflussen. Ob das weitere Niederlassungen, noch mehr und größere Kunden oder auch neue Dienstleistungen bedeutet, wissen wir im Moment noch nicht. Aber wir arbeiten daran.

Das Interview führte Rüdiger Lehmann